Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! Es kommt mir so vor als war es gestern, wo wir noch in Döbriach mit der Abdeckplane am DJ Pult gestanden sind und komplett durchnässt darauf gehofft haben, dass uns ja nicht die Sicherung fällt. Das war damals die Geburtsstunde von Techno am See und während sich der Bühnenbau stetig verbessert hat, ist eine Sache konstant geblieben. Der Regen will es sich anscheinend nicht nehmen lassen auf einen kurzen Schauer vorbeizuschaun…

Aber die kleinen Schauer waren eigentlich das kleinere Übel, denn die Besucher haben einfach im Regen getanzt, oder sich auf ein Vodka Makava unter die Bar gestellt, bis es dann wieder vorbei war. Wenn man eh schon im Bikini oder in der Badehose im Strandbad steht, ist das alles kein Problem und einem feinen Tag stehen doch keine paar Regentropfen im Wege, nein wohl eher der Wetterbericht, denn mein Handy hat zB durchgehend Regen und Gewitter gemeldet was uns mit Sicherheit so einige Besucher gekostet hat. Genau das ist auch mein Problem, das Wetter oder der Wetterbericht, denn unsere Location ist ziemlich weit weg vom Schuss. In den letzten Jahren konnten wir eine immer größere Community außerhalb Kärntens aufbauen und ich verstehe ja auch, das man ungern für 6 Stunden mit den Öffis von Wien anreist, wenn das Handy eine “oasch” Prognose meldet.


JETZT TECHNO AM SEE LIKEN UM NICHTS ZU VERPASSEN!

Genau das ist der Punkt warum ich nach 5 Jahren Techno am See keine Lust mehr auf das Risiko und auf die ganze Arbeit habe. Man investiert so viel Zeit, so viel Mühe aber auch Geld in einen einzigen Tag und dann beginnt das Wetterdrama, obwohl man doch über die Jahre hinweg einen Event aufbaut, der auf Facebook konstant zwischen 2000 – 3000 Zusagen/Interessen generiert. Das ist so bitter, wenn man reinhackelt wie ein Irrer und dann steht man am Eventtag da und man würde am liebsten in einer Ecke versinken und heulen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass bei einer Veranstaltung nicht das an Besuchern daherkommt, was die Zahlen auf Facebook versprechen. Aber in 5 Jahren sammelt man so seine Erfahrungen mit dem was wirklich kommt und das Wetter war heuer leider stark spürbar an der Kassa, trotz der Kooperation mit Radio FM4, wo wir bei einem höheren finanziellen Risiko auch mit mehr Besuchern gerechnet haben. Ok ich merk schon ich sudder gerade sehr viel, aber mir ist es sehr wichtig, dass ich meine Gedanken dazu mit euch teile, damit ihr versteht, warum ich aktuell absolut keine Lust mehr auf eine Fortsetzung von Techno am See habe.

Vielleicht sind meine Gedanken dazu auch absoluter Bullshit und das mit dem Wetter ist ein “nicht wahr haben wollen” dessen, das mein Format einfach nicht mehr so zieht. Wie auch immer, es zermürbt mich innerlich und macht mich auf eine gewisse Art und Weise fertig. Aber nichts desto trotz war der Termin heuer in meinen Augen super, auch wenn wir uns mit Radio FM4 schon ein bisserl zu weit von dem entfernt haben, was Techno am See ausmacht. Für mich war die Entscheidung zu dieser Kooperation ein wichtiges Statement, dass Techno am Land nicht zum Großraumdisko Format verkommen darf, wie zB der Drum & Bass. Durch den Hype um das Genre sind die Veranstaltungen wie die Schwammaln aus dem Boden geschossen und die meisten Deejays aus den kommerziellen Bereichen haben die Techno Beatport Charts für sich entdeckt und bezeichnen sich selbstbewusst als Technoartists ohne überhaupt den Markt oder die in sich geschlossene Szene zu kennen. Ich will euch mit diesen Worten weder verurteilen, noch schlecht machen, nur bitte versteht, dass man sich seine Loorbeeren hart verdienen muss und da reicht es nicht, dass man sich mit den aktuellen Releases von Drumcode auskennt.

Aja und noch was: “Tech-House hat nichts mit Techno zu tun, aber das ist eine andere Geschichte…”

Mein persönliches Fazit nach 5 Jahren Techno am See ist somit relativ gemischt. Ich würde euch an dieser Stelle bitten, dass ihr die Kommentarfunktion unten nutzt, damit wir in einen gemeinsamen Dialog treten können. Ich hätte mir in den letzten Jahren schon gewünscht, dass wir es irgendwann einmal schaffen werden, einen internationalen Headliner zu uns an den See zu holen. Aber wie soll das bitte gehen, wenn uns das Wetter nicht mag!

Auf jeden Fall sage ich herzlich Danke für die letzten 5 gemeinsamen Jahre mit euch, egal ob Besucher, Artist, Teammember, Gemeinde oder Kooperationspartner. Es war eine wirklich schöne aber auch bereichernde Zeit mit euch. Love, Peace und Hugs, euer Kapitän von Techno am See…

BLOG.TECHNOAMSEE.AT – Geschichten, News & Infos rund um unsere Veranstaltungen…

Autor: Kristof Grandits
Bildmaterial: ©Techno am See 2019