Es wurde oft genug über das Thema geschrieben und doch fehlte, meiner Meinung nach, ein wenig der Weitblick. Auflegen ist nach wie vor eine Männerdomäne und mehr Girlpower on decks würde uns mit Sicherheit nicht schaden. Jetzt mag wahrscheinlich der eine oder andere an die gängigen DJane Klischees denken, aber ich sag´s euch, das ist alles ein kompletter Blödsinn!

Vollbusige Medienprofis mit einem transparenten Outfit zählen wohl kaum zum Berufsstamm der professionellen Plattendreher!

Es sind Personen aus dem öffentlichen Leben, die sich lediglich am Auflegen probieren und gut Kohle damit verdienen. Man kann ihnen ja gar keinen Vorwurf machen, denn es gibt genug Konsumenten, die so ein Angebot auch gerne annehmen. Sich darüber aufzuregen ist relativ sinnlos ausser man wollte schon immer als Masturbationsvorlage für einen triebreduzierten, gröhlenden und testosterongeladenen Männerhaufen dienen. Der musikalische Output ist relativ wertlos und wenn wir uns ehrlich sind, dann nehmen uns solche Leute keine wirklich interessanten Jobs weg.


JETZT TECHNO AM SEE LIKEN UM NICHTS ZU VERPASSEN!


Ich hab in meiner Zeit als DJ auch das ein oder andere schöne Männlein kennengelernt, mit dem Ziel neben der Modelkarriere als DJ durchzustarten. Die waren zum Teil zu blöd die EINS bei einem 4/4 Takt zu finden. ABER HEY! Für sowas gibt´s ja Gott sei Dank einen Sync Button, wenn schon der Musikunterricht in der Volksschule versagt hat. Wie ihr seht liegt das Problem nicht am Geschlecht, sondern an der Einfachheit des Jobs. Kommerzieller Clubssound klingt überall gleich und die Musik die man dafür braucht ist schnell vom Internet heruntergesaugt. Das man in den meisten anderen Genres eher Kollegen trifft, die nicht auf Fame aus sind, hat schon seinen guten Grund! Aber das ist eine andere Geschichte…

Sprechen wir mal lieber ein weiteres Klischee an. Man hört doch immer wieder, dass eine etablierte DJane natürlich mit allen möglichen Schlüsselpersonen im Bett war, denn anders kann man sich den Erfolg sowieso nicht erklären. Mit Sicherheit gibt es Damen die zu solchen Mitteln greifen und wenn alle was davon haben ist doch nichts gegen ein bisschen Spaß einzuwenden. In der Regel aber arbeitet jede Frau ebenso hart an ihrem Set, wie jeder andere in der Branche. Bettgeschichten sind da wohl eher die Ausnahme! Was bei allen Klischees gerne im Dunkeln gelassen wird, sind die ganzen Geschichten von Kollegen, die sich aus Spielgeilheit förmlich prostituieren. Was da geblendet wird, was da Bäuche gepinselt werden und wie man sich gegenseitig schlecht macht, während die Gagen unterirdisches Niveau erreichen. Da kommt in mir schon eher das Mittagessen hoch, als bei dem Gedanken an zwei Menschen im Triebrausch.

Es ist so leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen! Das Problem sind nicht die weiblichen Kollegen, sondern der Markt ist einfach übersättigt weshalb der Futterneid ausgebrochen ist. Während man sich täglich neu erfinden muss als Künstler ist man Social Media Marketender, Manager, Grafiker, Musikproduzent und mit Leuten sollte man auch noch gut können. Das hier das Wesentliche, die Musik bei einer guten Party, auf der Strecke bleibt ist dann wohl auch logisch weshalb sich hier relativ schnell die Spreu vom Weizen trennt. Es war schon immer so und es wird immer so sein, dass man als DJ nicht weit kommen wird, sollte man sich für den unnachhaltigen Weg entscheiden.

Wir müssen einfach weg von den Klischees und endlich damit aufhören uns zu bekämpfen. Eigenverantwortung lautet das Schlüsselwort und es gibt genug Dreck vor der eigenen Tür zu kehren. Die Thematik mit den Klischees ist im Grunde noch viel schlimmer als eben angesprochen, denn Frauen die es wirklich Ernst meinen mit dem Auflegen haben es schwerer! Wir Männer haben einfach nicht das Recht diesen Job für uns zu beanspruchen und wir sollten dem anderen Geschlecht die nötige Hilfeleistung bieten, anstatt uns aufzuspielen wie hirnverbrannte Machos.

Unser größtes Problem, das es anzusprechen gilt ist die abnehmende Qualität der Musik und nicht die längst überfällige Vermehrung von Girlpower hinter den Decks. Egal wo du hingehst, es wird Überall nur mehr die selbe Pampe gespielt weshalb es komplett Wurscht ist wer da jetzt die Nummern auflegt. In einigen Genres gibt es schon lange keine Individualität mehr und jeder ist entbehrlich und leicht ersetzbar geworden. Der Konsument sucht aber nach Individualität weshalb heute Konzepte boomen, die vor Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Die UKF Kultur mit seinen Youtube Followern, würde ich als moderne Popkultur bezeichnen und auch der Techno hat sich erneut etablieren können. Wir leben wirklich in einer spannenden Zeit und ich bin neugierig darauf, wie sich das Ganze weiterentwickeln wird.”

Zuletzt noch mein Aufruf an alle Mädels da draußen: Traut euch! Orientiert euch an Kapazundern wie einer Nina Kraviz, Monika Kruse oder einer Anja Schneider. Weiters gibt es auch Powerfrauen wie eine Samanta die den DJ Contest eines bekannten Energy Drink Herstellers gewonnen hat. Im Alleingang hat sie im Finale auf Ibiza ihre männlichen Konkurrenten übertroffen. Dann wäre da auch noch eine Dominique Jardin, die als das EDM Aushängeschild Österreichs gilt. Sie spielt weit über dem Niveau der männlichen Kollegen und auch das Mädesltrio ETEPETETE steht für geballte Girlpower hinter den Tellern.

An dieser Stelle auch mein Aufruf an meine Veranstalterkollegen: “Traut euch, denn es gibt viele Frauen hierzulande, die ihr Genre aus dem FF beherrschen. Glaubt ihr nicht? Dann lasst euch die folgenden Hörbeispiele auf keinen Fall entgehen!”

Love, Peace & Respect!
Kristof…

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